Ein Jahrhundert Schützentradition – Die Schützengilde „St. Hubertus“ Diefflen 1926 e.V. feiert ihr 100-jähriges Bestehen
Viele unserer Leserinnen und Leser fragen sich vielleicht, warum ein 100-jähriges Vereinsjubiläum im saarländischen Schützenwesen so außergewöhnlich ist. Der Grund liegt in der bewegten Geschichte unseres Bundeslandes. Durch die wechselnden staatlichen Zugehörigkeiten – von Preußen und Bayern über den Völkerbund und den autonomen Saarstaat bis zur Eingliederung in die Bundesrepublik Deutschland im Jahr 1957 – konnte sich das Schützenwesen im Saarland nicht so kontinuierlich entwickeln wie in vielen anderen Regionen Deutschlands. Als der Deutsche Schützenbund 1961 bereits sein 100-jähriges Bestehen feierte, war der Schützenverband Saar gerade einmal zehn Jahre alt. Umso bedeutender ist es, wenn heute einer unserer Traditionsvereine auf ein ganzes Jahrhundert Vereinsgeschichte zurückblicken kann.
Mit großem Stolz gratuliert der Schützenverband Saar der Schützengilde „St. Hubertus“ Diefflen 1926 e.V. zu ihrem 100-jährigen Bestehen – einem Jahrhundert voller Tradition, Gemeinschaft, sportlicher Erfolge und außergewöhnlichen ehrenamtlichen Engagements.
Eine Erfolgsgeschichte beginnt
Die Geschichte der Schützengilde reicht weiter zurück als ihre offizielle Gründung. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg wurde in Diefflen der Schießsport gepflegt. Überliefert ist ein Schießstand am unteren Babelsberg, an dem mit Großkaliberwaffen geschossen wurde. Auch wenn einzelne Vereinigungen jener Zeit nur von kurzer Dauer waren, blieb die Begeisterung für den Schießsport in Diefflen lebendig.
Den entscheidenden Impuls gaben schließlich Gastwirt Ferdinand Huwig, Förster Erwin Brössner, Schreiner Peter Weber, Straßenarbeiter Franz Lauer und Bierverleger Peter Jost. Im Gasthaus Huwig trafen sich ab 1925 regelmäßig Förster, Jäger und schießsportbegeisterte Bürger. Aus diesen Zusammenkünften entstand Anfang des Jahres 1926 die Schützengilde „St. Hubertus“ Diefflen.
Mit rund zwanzig Gründungsmitgliedern begann eine Erfolgsgeschichte, die bis heute andauert. Noch im Gründungsjahr errichteten die Mitglieder in Eigenleistung den ersten Schießstand im Garten des Gasthauses Huwig und schafften die ersten Sportgewehre an. Was damals mit viel Idealismus begann, entwickelte sich im Laufe eines Jahrhunderts zu einem der herausragenden Schützenvereine des Saarlandes.
Schwere Jahre – und ein Neuanfang
Wie so viele Vereine blieb auch die Schützengilde von den Folgen des Zweiten Weltkrieges nicht verschont. Zahlreiche Mitglieder wurden zum Kriegsdienst eingezogen und kehrten nicht mehr in ihre Heimat zurück. Der Schießstand wurde im Winter 1944/45 zerstört. Nach Kriegsende kam das Vereinsleben vollständig zum Erliegen, die verbliebenen Vereinswaffen mussten vernichtet werden.
Doch der Schützengeist lebte weiter.
Am 4. März 1951 wagten zwölf engagierte Schützenbrüder den Neuanfang und gründeten die Schützengilde neu. Sie standen buchstäblich vor dem Nichts. Weder Schießstand noch Sportgeräte waren vorhanden. Was sie besaßen, war der feste Wille, ihren Verein wieder aufzubauen.
Mit großem persönlichem Einsatz, unzähligen Arbeitsstunden und bemerkenswertem Zusammenhalt entstand Schritt für Schritt neues Vereinsleben.
Mutige Entscheidungen mit Weitblick
Die Verantwortlichen bewiesen früh, dass sie nicht nur an die Gegenwart, sondern auch an die Zukunft dachten.
Mit der Einführung des Luftgewehrschießens entwickelte sich der Verein sportlich hervorragend. Bereits Ende der fünfziger Jahre konnten erste Meistertitel gefeiert werden.
Ein besonders bedeutender Schritt erfolgte 1960 mit der Öffnung des Vereins für Damen und Jugendliche. Diese Entscheidung legte den Grundstein für eine erfolgreiche Nachwuchsarbeit und machte die Schützengilde fit für kommende Generationen.
Auch die bewusste Verjüngung des Vorstandes Anfang der sechziger Jahre brachte neue Impulse. Der Mut, jungen Mitgliedern Verantwortung zu übertragen, zahlte sich aus. Bereits 1969 überschritt die Mitgliederzahl erstmals die Marke von 100.
Gemeinsam Großes geschaffen
Die Geschichte der Schützengilde ist vor allem die Geschichte ihrer Mitglieder.
Immer wieder standen sie vor großen Herausforderungen. Vereinslokale mussten gewechselt, finanzielle Schwierigkeiten überwunden und moderne Schießanlagen geschaffen werden.
Ein Meilenstein war der Bau der Schießsportanlage unter der Sporthalle in Diefflen.
Doch selbst dieses Großprojekt begann mit einem Rückschlag. Nach der Fertigstellung stand der Keller über einen halben Meter unter Wasser. Gemeinsam mit der Feuerwehr wurde das Wasser abgepumpt. Was Maschinen nicht schaffen konnten, erledigten die Mitglieder anschließend mit Besen, Eimern und unermüdlichem Arbeitseinsatz.
Viele Vereine hätten in dieser Situation resigniert.
Die Dieffler Schützen machten weiter.
Mit beeindruckender Eigenleistung entstanden moderne Luftdruckstände, später folgte der Ausbau der Feuerwaffenstände. Jede Bauphase war geprägt von freiwilligem Engagement, persönlichem Einsatz und einer außergewöhnlichen Identifikation der Mitglieder mit ihrem Verein.
Ein Traum wird Wirklichkeit
1986 konnte der neue Luftdruckwaffenstand feierlich eingeweiht werden. Gleichzeitig wurde das sportliche Angebot um das Luftpistolenschießen erweitert.
In den folgenden Jahren arbeiteten die Mitglieder mit großer Ausdauer am Ausbau der Feuerwaffenanlage. Finanzielle Herausforderungen verzögerten das Projekt immer wieder.
Doch Aufgeben war nie eine Option.
Im Jahr 2006 wurde im Rahmen des 80-jährigen Vereinsjubiläums schließlich der moderne kombinierte 25- und 50-Meter-Feuerwaffenstand feierlich eingeweiht. Damit erfüllte sich ein lang gehegter Traum vieler Generationen von Schützinnen und Schützen.
Heute ein Aushängeschild des saarländischen Schützenwesens
Aus den zwanzig Gründungsmitgliedern ist in den vergangenen hundert Jahren ein beeindruckender Verein geworden.
Mit 379 Mitgliedern zählt die Schützengilde „St. Hubertus“ Diefflen der zu den mitgliederstärksten Schützenvereinen im Schützenverband Saar.
Unter der Leitung des Ersten Vorsitzenden Dr. Boris Neubert zusammen mit einem sehr engagierten Vorstand verbindet der Verein in vorbildlicher Weise Tradition mit Moderne. Leistungsorientierter Schießsport, ein reges Vereinsleben gute Zusammenarbeit mit den anderen Ortsvereinen, die Ausrichtung von schießsportlichen Veranstaltungen und die Pflege des Schützenbrauchtums bilden dabei die tragenden Säulen des Vereins.
Die Schützengilde ist weit mehr als eine Sportgemeinschaft. Sie ist seit einem Jahrhundert ein Ort der Begegnung, der Freundschaft und des ehrenamtlichen Engagements – ein Verein, der Generationen verbindet.
Mit Zuversicht ins zweite Jahrhundert
Wer auf eine so beeindruckende Geschichte zurückblicken kann, darf stolz sein. Doch die Schützengilde Diefflen ruht sich auf ihren Erfolgen nicht aus.
Der Blick richtet sich bereits in die Zukunft.
Aktuell befindet sich der Verein im Bauantragsverfahren für zwei weitere begehbare 25-Meter-Feuerwaffenstände mit jeweils fünf Schützenständen unter der Sporthalle in Diefflen. Dieses zukunftsweisende Projekt zeigt eindrucksvoll, dass die Verantwortlichen auch im zweiten Jahrhundert der Vereinsgeschichte konsequent in moderne Sportstätten investieren und die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zukunft schaffen.
Mit Ein Jubiläumswochenende bei bestem Sommerwetter
Gefeiert wurde das 100-jährige Bestehen am 15. und 16. August 2026 bei wunderschönem, warmem Sommerwetter. Den offiziellen Auftakt der Jubiläumsfeierlichkeiten gestaltete die Salutgruppe K98, die das Fest mit mehreren eindrucksvollen Salutschüssen eröffnete. Der Festplatz war mit viel Liebe zum Detail und großem Herzblut gestaltet worden und bot den zahlreichen Gästen den passenden Rahmen für ein rundum gelungenes Jubiläumswochenende. Für das leibliche Wohl war bestens gesorgt, sodass bei sommerlicher Atmosphäre viele Stunden in geselliger Runde verbracht werden konnten.
Zahlreiche Ehrengäste aus Politik und Schießsport waren der Einladung nach Diefflen gefolgt. Unter ihnen befanden sich Landrat Patrik Lauer, Bürgermeister Christian Finkler, der Präsident des Schützenverbandes Saar, Bernd Schneider, Vizepräsident Dominik Gehl mit seiner Gattin Birgit Gehl sowie Kreisschützenmeister Michael Hargarter. In ihren Grußworten würdigten die Ehrengäste die beeindruckende Vereinsgeschichte und das große ehrenamtliche Engagement der Schützengilde „St. Hubertus“ Diefflen.
Auch zahlreiche befreundete Schützenvereine und örtliche Vereine waren vor Ort, um persönlich zum besonderen Jubiläum zu gratulieren und damit ihre Verbundenheit mit der Dieffler Schützengilde zum Ausdruck zu bringen.
Ein besonderer Höhepunkt der Feierlichkeiten war die Ehrung langjähriger Mitglieder. Oberschützenmeister Dr. Boris Neubert zeichnete im Rahmen des Jubiläums diejenigen Vereinsmitglieder aus, die der Schützengilde seit mehr als 50 Jahren die Treue halten. Ihre jahrzehntelange Verbundenheit steht beispielhaft für die Beständigkeit und den Zusammenhalt, die den Verein seit seiner Gründung prägen.
So wurde das 100-jährige Bestehen nicht nur zu einem Fest der Schützengilde, sondern auch zu einem eindrucksvollen Zeichen gelebter Schützentradition, Gemeinschaft und ehrenamtlichen Engagements.
Ein Jubiläum voller Dankbarkeit
Hundert Jahre Vereinsgeschichte bestehen nicht allein aus Daten und Ereignissen. Sie werden von den Menschen geschrieben, die Verantwortung übernehmen, ihre Freizeit investieren und ihren Verein mit Herzblut gestalten.
Generationen von Mitgliedern, Vorständen, Sportlerinnen und Sportlern sowie zahlreichen Helferinnen und Helfern haben die Schützengilde „St. Hubertus“ Diefflen zu dem gemacht, was sie heute ist: ein lebendiger, moderner und traditionsbewusster Verein mit großer Ausstrahlung weit über die Ortsgrenzen hinaus.
Das 100-jährige Vereinsjubiläum ist deshalb weit mehr als ein Anlass zum Feiern. Es ist ein Tag des Dankes an alle, die diese außergewöhnliche Erfolgsgeschichte möglich gemacht haben.
Der Schützenverband Saar gratuliert der Schützengilde „St. Hubertus“ Diefflen 1926 e.V. herzlich zu ihrem 100-jährigen Bestehen und wünscht dem Ersten Vorsitzenden Dr. Boris Neubert, dem gesamten Vorstand sowie allen Mitgliedern weiterhin eine glückliche Hand, sportlichen Erfolg, eine starke Gemeinschaft und viele engagierte Menschen, die diese Erfolgsgeschichte auch in Zukunft fortschreiben.
Herzlichen Glückwunsch zum 100-jährigen Vereinsjubiläum und für die Zukunft allzeit „Gut Schuss“!
Bis zum nächsten Mal
Eure Landespressereferentin
Birgit Gehl



