Immaterielles Kulturerbe

Deutsches Schützenwesen als immaterielles Kulturerbe ausgezeichnet
Seit Dezember 2015 haben unter anderem Volkstanz, die manuelle Glasfertigung und das Choralsingen etwas mit dem deutschen Schützenwesen gemeinsam – sie alle hat die deutsche UNESCO-Kommission als immaterielles Kulturerbe ausgezeichnet. Wer das als Verein zeigen möchte, kann mit einem entsprechenden Schild darauf hinweisen.
Historische gewachsene Identität
In der Begründung für diese Auszeichnung betont die UNESCO, dass das deutsche Schützenwesen an vielen Orten ein wichtiger, historisch gewachsener und lebendiger Teil der regionalen oder lokalen Identität ist. Sie würdigt damit die große Anzahl von Bräuchen und Traditionen, die in Deutschland in zahlreichen unterschiedlichen Erscheinungsformen verbreitet sind und meist in Vereinen gepflegt werden.
Schützenfest als Highlight
Auch denen, die sonst keine Berührung mit dem Schützenwesen haben, dürften die verschiedenen Schützenfeste ein Begriff sein. Über diese Anlässe hinaus prägen gerade in kleineren Orten die unterschiedlichen Schützenvereinigungen das soziale und kulturelle Gemeinschaftsleben.
Was ist immaterielles Kulturerbe?
Damit werden kulturelle Ausdrucksformen bezeichnet, die unmittelbar von menschlichem Wissen und Können getragen, von Generation zu Generation weitervermittelt und stetig neu geschaffen und verändert werden.

Das Schützenwesen in Deutschland
Am 4. Dezember 2015 nahmen die Deutsche UNESCO-Kommission und die Kultusministerkonferenz das „Schützenwesen in Deutschland“ in das Bundesweite Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes auf. In ihrer Begründung würdigen das zuständige Expertenkomitee und die Kultusministerkonferenz das Schützenwesen
In der Begründung würdigten das zuständige Expertenkomitee und die Kultusministerkonferenz das Schützenwesen als „Ausdruck lokal aktiver Kulturpraxis mit lebendiger Traditionspflege, die stark in örtliche Sozial- und Kulturmilieus eingebunden ist. Es gibt vielfältige Maßnahmen zu Weitergabe, unterschiedliche Formen der Jugendarbeit und eine aktive Pflege regionaler und europäischer Verbindungen. Auch die Verpflichtung gegenüber sozialem Engagement und ziviler Kultur im Umgang mit Waffentechnik und Waffengebrauch sowie der integrative Charakter wurden hervorgehoben.“
(Deutsche UNESCO-Kommission / Kulturministerkonferenz der Länder, Begründung zur Aufnahme des „Schützenwesens in Deutschland“ in das Bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes.)
