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Saarländische Böllerschützen beim 8. Südwestdeutschen Böllerschützentreffen in Nußloch

Tradition erleben – Brauchtum bewahren

Am 13. Juni 2026 trafen sich Böllerschützinnen und Böllerschützen aus dem gesamten südwestdeutschen Raum zum 8. Südwestdeutschen Böllerschützentreffen auf dem Vereinsgelände des Schützenvereins 1927 Nußloch e.V. Mit dabei waren selbstverständlich auch die saarländischen Böllerkameradinnen und -kameraden, die den Schützenverband Saar würdig vertraten und gemeinsam mit den zahlreichen Teilnehmern ein beeindruckendes Zeichen gelebter Tradition setzten.

Einen besonderen Rahmen erhielt die Veranstaltung durch die Anwesenheit der Statue der Heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Böllerschützen. Diese wurde persönlich vom Bundesböllerreferenten des Deutschen Schützenbundes, Rolf Gilgen, nach Nußloch gebracht. Zu den Ehrengästen zählten außerdem Bernd Schneider Präsident des Schützenverbandes Saar, Dominik Gehl Vizepräsident des Schützenverbandes Saar, der Landesböllerreferent des Pfälzer Schützenbundes Frank Laub, Hans-Josef Lakatosch als Vertreter des Badischen Sportschützenverbandes sowie Vertreter des Gemeinderates der Gemeinde Nußloch.
 


Insgesamt waren 136 Böller und Kanonen aus 36 Vereinen und Böllergruppen angemeldet. Die Teilnehmer reisten teilweise aus über 250 Kilometern Entfernung an. Die große Resonanz und die Vielfalt der mitgebrachten Hand- und Schaftböller, Standböller sowie Kanonen unterschiedlichster Kaliber und Bauarten verdeutlichten eindrucksvoll das starke Traditionsbewusstsein und die Verbundenheit der deutschen Böllergemeinschaft.

Unter der Leitung des Landesböllerreferenten des Badischen Sportschützenverbandes, Dirk Zwilling, wurden die acht Böllerkommandos präzise und professionell ausgeführt. Eröffnet wurde das Treffen mit einem dreigeteilten Ehrensalut zum Gedenken an die verstorbenen Böllerkameradinnen und -kameraden, Schützen, Freunde und Angehörigen. Zunächst feuerten die Hand- und Schaftböller, anschließend die Kanonen und schließlich die Standböller ihre Salutschüsse ab.

Es folgten weitere eindrucksvolle Kommandos wie das Langsame Reihenfeuer, das Schnelle Reihenfeuer, der Doppelschlag, das Echo, das Gegenläufige Schnelle Reihenfeuer sowie zum Abschluss ein gemeinsamer Salut. Die Zuschauer verfolgten die Darbietungen mit großer Begeisterung und honorierten jede Schussfolge mit kräftigem Applaus. Besonders das Schnelle Reihenfeuer sorgte für Gänsehautmomente und wird vielen Teilnehmern und Zuschauern noch lange in Erinnerung bleiben.

Die professionelle Durchführung der Veranstaltung zeigte sich auch daran, dass die anwesenden Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Nußloch sowie des Deutschen Roten Kreuzes Nußloch glücklicherweise nur als interessierte Beobachter tätig werden mussten.
 


Das Böllerschießen selbst blickt auf eine jahrhundertealte Geschichte zurück. Seine Ursprünge reichen bis in das 14. Jahrhundert zurück und stehen in engem Zusammenhang mit der Erfindung des Schwarzpulvers. Nachweislich wurde bereits ab dem Jahr 1377 geböllert. Ursprünglich dienten die lauten Schüsse als Warnsignal der Stadtwachen zur Alarmierung der Bevölkerung bei drohenden Gefahren. Ab etwa 1550 entwickelte sich daraus zunehmend ein repräsentativer Brauch: Hohe Persönlichkeiten und besondere Anlässe wurden mit Ehrensaluten und Böllerschüssen feierlich gewürdigt.

Heute ist das Böllerschießen weit mehr als das Abfeuern von Schwarzpulver. Es ist ein bedeutender Bestandteil unseres traditionellen Schützenwesens und gelebte Brauchtumspflege. Die Pflege historischer Schießtechniken, das Bewahren von überliefertem Wissen und die Weitergabe dieser Tradition ankommende Generationen machen das Böllerschießen zu einem wertvollen Kulturgut innerhalb der Schützenfamilie.
 


Nach dem offiziellen Böllerschießen wurden die Geräte sicher verpackt und die Teilnehmer nutzten die Gelegenheit zum geselligen Beisammensein. Bei Speisen und Getränken wurde gefachsimpelt, Erfahrungen wurden ausgetauscht und bestehende Freundschaften gepflegt. Viele Teilnehmer freuten sich, bekannte Gesichter wiederzusehen und neue Kontakte innerhalb der Böllergemeinschaft zu knüpfen.

Zum Abschluss der Veranstaltung erhielten alle teilnehmenden Vereine und Gruppen Urkunden sowie Erinnerungs-Ansteckpins. Mit großer Vorfreude blicken die Böllerschützinnen und Böllerschützen bereits auf das kommende Jahr: 2027 wird das Südwest-deutsche Böllerschützentreffen im Saarland in Ensdorf stattfinden. Für die saarländische Schützenfamilie wird dies eine besondere Ehre und zugleich eine hervorragende Gelegenheit sein, die traditionsreiche Kultur des Böllerschießens einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren.

Tradition verbindet – Brauchtum lebt. Das 8. Südwest-deutsche Böllerschützentreffen in Nußloch hat dies eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Wenn Tradition hörbar wird und gelebtes Brauchtum Menschen aus vielen Regionen zusammenführt, entstehen unvergessliche Momente. Das eindrucksvolle Video von Andreas Ziehmer nimmt Sie mit auf eine akustische und visuelle Reise durch das 8. Südwest-deutsche Böllerschützentreffen in Nußloch.
 

 

Bis zum nächsten Mal

Eure Landespressereferentin
Birgit Gehl